Anonymisierung bei Löschungsverlangen

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Die österreichische Datenschutzbehörde hatte Ende 2018 darüber zu entscheiden, ob ein auf Art. 17 DSGVO gestütztes Löschungsverlangen ausreichend durch den Verantwortlichen umgesetzt wurde,

wenn dieser keine Löschung im engeren Sinne vorgenommen hat, sondern Teile der personenbezogenen Daten durch Anonymisierung unkenntlich gemacht hat.

Die Datenschutzbehörde sieht in der vorliegenden Entscheidung hinsichtlich der Umsetzung des Löschungsverlangens ein Auswahlermessen in Bezug auf die Mittel der Löschung beim Verantwortlichen. Die Entfernung des Personenbezugs (Anonymisierung) kann somit ein mögliches Mittel zur Löschung im Sinne des Art. 17 Abs. 1 DSGVO sein. Es muss jedoch dabei sichergestellt werden, dass weder der Verantwortliche selbst noch ein Dritter ohne unverhältnismäßigen Aufwand einen Personenbezug wiederherstellen kann.

Die Behörde weist daraufhin, dass ein Primat der Löschung besteht, sofern die entsprechenden Voraussetzungen von Art. 17 DSGVO erfüllt sind. Allerdings sieht sie in der Anonymisierung eine Löschung und versagt dem Betroffenen ein Wahlrecht dahingehend, wie diese Löschung zu erfolgen hat.

Die Entscheidung ist aus VDMA-Sicht nachvollziehbar, jedoch nicht zwingend von anderen Behörden in dieser Form zu übernehmen. Allerdings bietet sie gute Ansätze, die gegebenenfalls mit den zuständigen Datenschutzbehörden der jeweiligen Unternehmen zu diskutieren wären, falls eine entsprechende Vorgehensweise für das eigene Unternehmen ins Auge gefasst wird. Die Entscheidung ist unter http://t1p.de/3xvx abrufbar.