Mosambik: Erschließung der riesigen Erdgasfelder kommt voran

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Grundstein für LNG-Anlage gelegt

In Mosambik fiel Anfang August der Startschuss für den Bau einer Erdgasverflüssigungsanlage auf der Afungi-Halbinsel in der nördlichen Region Cabo Delgado. Die Afungi LNG-Anlage (Liquefied Natural Gas) ist Kernstück zur Erschließung des Konzessionsgebietes Area 1 im Rovuma-Becken. Diese erfolgt unter der Federführung des US-amerikanischen Konzerns Anadarko Petroleum.

Schätzungen zufolge würde Mosambik durch die Erdgasförderung im Rovuma-Becken nach Algerien und Nigeria zum drittgrößten Erdgasproduzenten Afrikas aufsteigen. Die unterseeischen Gasfelder in den Konzessionsgebieten Area 1 und Area 4 zählen nach den Megafeldern im Persischen Golf zu den weltweit größten. Insgesamt dürften sich die technisch förderbaren Gasvorkommen Mosambiks laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe auf 5,2 Bio. cbm belaufen.

Zunächst soll die Anufi-Anlage mit zwei Zügen eine Kapazität von 12,8 Mio. t im Jahr erreichen. Erdgas aus Area1 wird aufgenommen und für den Transport in Flüssiggastankern aufbereitet. Das Vorhaben umfasst auch die Anlege- und Beladungsvorrichtungen für die Spezialschiffe. Zudem ist eine Pipeline für die Versorgung Mosambiks geplant. Mit dem Bau sind McDermott (USA), Saipem (Italien) und Chiyoda (Japan) beauftragt. Eine spätere Erweiterung der LNG-Anlage ist vorgesehen. Pressemeldungen zufolge sind bereits 11,1 Millionen Tonnen pro Jahr an europäische und asiatische Abnehmer verkauft.

Neben Anadarko Petroleum (26,5 Prozent) werden in Area 1 Anteile gehalten von der japanischen Mitsui (20 Prozent), dem mosambikanischen Staatskonzern ENH (15 Prozent), dem indischen Energiekonzern ONGC (10 Prozent) und seiner Tochter Beas (10 Prozent) sowie Bharat Petro Resources (10 Prozent) und PTTEP aus Thailand (8,5 Prozent). Ende des Jahres 2019 wird Anadarko aller Voraussicht nach seine Anteile am Rovuma-Projekt an den französischen Energiekonzern Total abgeben.

Bereits 2018 wurde grünes Licht für die Erschließung des Konzessionsgebietes Area 4 gegeben. Federführend sind hier der italienische Energiekonzern Eni und ExxonMobil. Beide Unternehmen halten jeweils 25 Prozent an der Gebietskonzession 4. Im März 2018 hat Eni mit dem Bau einer seeseitigen Gasverflüssigungsanlage von 3,4 Mio. t im Jahr begonnen. Geplant ist der Bau einer weiteren Anlage an Land, in Nähe des Afungi-Vorhabens. Die beiden Rovuma-Erdgasprojekte werden in etwa fünf Jahren den Betrieb aufnehmen.

Gegenwärtig produziert Mosambik jährlich rund 3,8 Mrd. cbm Erdgas aus den Onshore-Feldern Pande und Temane, die vom südafrikanischen Konzern Sasol betrieben werden. Der überwiegende Teil wird über eine 865 Kilometer lange Pipeline nach Südafrika exportiert.

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