Investitionen in den Energiesektor auf Sachalin

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Im fernöstlichen Gebiet Sachalin stehen große Investitionsvorhaben in der Energiewirtschaft, im Straßenbau und Tourismus an. Das Gebiet Sachalin ist etwa so groß wie Bayern und Thüringen zusammen, hat aber nur so viele Einwohner wie Duisburg. Die Region rückt aufgrund ihrer strategischen Lage in Moskaus Blickfeld.

Im Juli 2019 hat die Regierung eine neue Finanzspritze für das Gebiet genehmigt, zu dem neben der Insel Sachalin auch die Kurilen-Inseln gehören. Bis 2020 stehen zusätzlich 280 Mio. Euro aus dem Staatshaushalt bereit. Die Gebietsverwaltung will das Geld für Krankenhäuser, Schulen, Wohnungen, Sportstätten und die Gasversorgung nutzen.

Gazprom gibt 2019 im Gebiet Sachalin rund 244 Mio. Euro für den Ausbau des Gasleitungsnetzes aus. Bislang ist nur jeder siebte Haushalt an die Gasversorgung angeschlossen. In den Dörfern erfolgt die Strom- und Wärmeerzeugung häufig über Dieselaggregate und Kohleöfen.

Da ein flächendeckendes Gasnetz unrentabel ist, setzt die Gebietsverwaltung auf Flüssiggas (LNG). Im Herbst 2018 ging in Dalneje bei Juschno-Sachalinsk ein Gasverflüssigungswerk mit einer Jahreskapazität von knapp 13.000 Tonnen in Betrieb. Es wird bis 2020 auf 25.000 Jahrestonnen erweitert und soll umliegende Ortschaften und eine Fischfabrik in Oserskoje versorgen. Ein zweites Mini-LNG-Werk baut Gazprom bis 2021 in Poronaisk.

Dank LNG sollen innerhalb von fünf Jahren alle Ortschaften eine stabile Gasversorgung erhalten. Hierzu müssen in den Siedlungen Speichermöglichkeiten, Rückvergasungsanlagen und Heizkessel installiert werden.

Die Küstengewässer rund um die Insel Sachalin sind außerdem eine wichtige Rohstoffquelle. Die bereits laufenden Öl- und Gasförderprojekte Sachalin-1 und Sachalin-2 gehören zu den größten Investitionsvorhaben in Russland. Im Rahmen des Projekts Sachalin-3 erschließt Gazprom weitere Felder, darunter die Gaslagerstätte Kirinski vor der Ostküste Sachalins. Im Juni 2019 hat RusGasDobytscha einen Großauftrag für den Aufbau der nötigen Infrastruktur bekommen. Gazprom Neft (https://sakhalin.gazprom-neft.ru) erschließt das neue Ölfeld Ajaschski, rund 55 Kilometer vor der Ostküste Sachalins.

Neben Öl und Gas spielt Kohle eine wichtige Rolle auf Sachalin. Das Bergbauunternehmen WGK will in den kommenden vier Jahren 280 Mio. Euro in den Ausbau der Förderung und die Transportinfrastruktur investieren. Im Tagebau Solnzewski (Kreis Uglegorsk) lagern rund 300 Millionen Tonnen Steinkohle.

Quelle: gtai

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